Horenstein Ensemble / Tempelhof - Vinyl LP 180g audiophil; Ravel, Williams
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Oct 3, 2016 Sold Date
Mar 18, 2014 Start Date
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Description

Horenstein Ensemble / Tempelhof (Werke von Ravel, Vaughan Williams u.a.)

Acousence / ACOLP10811
Format: LP 180g
36.-€

Rezension:

Das nach dem legendären, lange in Berlin wirkenden Dirigenten Jascha Horenstein benannte Horenstein Ensemble ist eine kammermusikalische Vereinigung, die schon durch ihre Besetzung auffällt: Zur festen Belegschaft zählen nämlich nicht nur die üblichen zwei Violinen, sondern auch eine Flötistin, eine Harfenistin und ein Klarinettist. Auf diese Weise ist das Ensemble in der Lage, ausgefallenes Repertoire aus allen Musikepochen aufzuführen, ohne Gastmusiker einladen zu müssen. Vorliegendes Debütalbum, dem Andenken an den symbolträchtigen Berliner Flughafen Tempelhof gewidmet, enthält vier nicht alltägliche Werke aus den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts. Den Anfang macht Maurice Ravels "Introduktion und Allegro" für die seltene Besetzung Harfe, Flöte, Klarinette und Streichtrio – ein passender Einstieg in eine hoffentlich noch lange Diskographie: Die so verschiedenen Instrumente sind perfekt ausbalanciert, die Komposition atmet als ein Ganzes. Besser umgesetzt als hier zu hören kann sich der Komponist das kaum vorgestellt haben! Mit Herbert Howells (1892-1983) "Rhapsodic Quintet" für Klarinette und Streichquartett geht das Programm weiter. Der Ruhm des Briten gründet auf seinen Chorwerken aus späteren Jahren; diese kaum bekannte und sehr emotionale Kammermusik-Perle aus dem Jahre 1919 zeigt ihn aber als Meister der kleinen Form. Zurück nach Frankreich führt das nächste Stück: Der Autodidakt Jean Cras, der wirklich nie ein Konservatorium besucht hatte, schrieb sein Quintett für Flöte, Harfe und Streichtrio im Jahre 1928. Angesichts dieses originellen, luftigen und charmanten Stückes fällt es schwer zu glauben, daß sein Schöpfer hauptberuflich keineswegs freier Künstler, sondern Konteradmiral der französischen Marine war… eine der skurrilsten Musikerpersönlichkeiten der Übergangszeit zwischen Romantik und Moderne. Zum abschließenden Zyklus "Mercyless Beauty" von Ralph Vaughan Williams geht die Reise nochmals über den Kanal. Hier mußte sich das Horenstein Ensemble dann doch noch einen Gast einladen: Das Werk ist die Vertonung dreier Gedichte des spätmittelalterlichen Poeten Geoffrey Chaucer, der als Vater der englischen Literatur gilt, und verlangt neben einem konventionellen Streichtrio auch eine Sopranistin. Für die Irin Fionnula McCarthy, die seit 1994 zum festen Ensemble der Deutschen Oper Berlin gehört, sozusagen eine Art musikalisches Heimspiel. Und auch dieses in Kontinentaleuropa kaum je zu hörende Werk erweist sich als als musikalische Entdeckung… Ein ausdrücklicher Dank an das Acousence-Label für den Mut, eine solch außergewöhnliche Produktion als audiophile LP zu veröffentlichen! (2011)



Coverbild ist ein Standardfoto. Geringe Abweichungen sind möglich.


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