Rossini -Guglielmo Tell- Pavarotti, Freni
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Mar 3, 2004 Sold Date
Feb 25, 2004 Start Date
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Description

GIOACCHINO ANTONIO ROSSINI
geboren am 29.2.1792 in Pesaro (Italien)
gestorben am 13.11. 1868 in Passy (heute zu Paris)

Erste große Erfolge als Komponist von Opern erzielte Rossini mit »Il signor Bruschino«, »Tancredi« und »L'italiana in Algeri« (alle 1813). Mit seinem Meisterwerk »Il barbiere di Siviglia« (1816; deutsch »Der Barbier von Sevilla«), das seinen eminenten Sinn für die musikalische Darstellung komischer Charaktere und Situationen dokumentiert, stieg er zu außerordentlichem europäischem Ruhm auf. Es folgten u.a. »Otello« (1816), »La Cenerentola« (1817; deutsch »Aschenbrödel«), »La gazza ladra« (1817; deutsch »Die diebische Elster«), »Zelmira« (1822) und »Semiramide« (1823).

Rossini knüpfte an die Tradition der italienischen Oper im 18. Jahrhundert an, sowohl an die der Opera seria als auch – wie im »Barbier« - an die der Opera buffa, veränderte und intensivierte jedoch ihre Gestaltungsmittel. Gegliederte Arien mit wechselnden Tempi, zündender Cabaletta am Schluss und dramatisierenden Choreinwürfen, spritzige Ensembles, v.a. als Finali, stärkere und in der Instrumentierung reicher nuancierte Beteiligung des Orchesters, klare, flächige Harmonik mit wirkungsvoll neuartigen Klangwechseln und -abstufungen, eine gefühlvoll virtuose, treffsichere Gesangsmelodik, deren Verzierungen er mehr und mehr ausschrieb, statt sie den Sängern zu überlassen, und eine leichte, vibrierende, mitreißende rhythmische Struktur bilden die Elemente seines Opernstils, dem die Entwicklung der Gattung in Italien bis hin zu G. Verdi wesentliche Impulse verdankt.

In den Jahren 1815-23 brachte Rossini vornehmlich in Neapel zahlreiche Opern zur Aufführung. 1822 ging er eine Zeit lang nach Wien, wo er ebenfalls außerordentlich gefeiert wurde. 1824-25 war er Leiter der Italienischen Oper in Paris, danach bis 1830 Generalintendant der königlichen Musik und Generalinspektor des Gesangs in Frankreich. 1836-48 lebte er in Bologna und war dort seit 1840 Direktor des Liceo Musicale. In der Folge der politischen Ereignisse ging er nach Florenz und 1855 erneut nach Frankreich. Bereits 1829 hatte er sein letztes Bühnenwerk, »Guillaume Tell«, geschrieben, das mit seiner Tendenz zum Monumentalen, szenisch Grandiosen und Kontrastreichen die Epoche der französischen Großen Oper im Sinne G. Meyerbeers einleitete. Rossini komponierte auch Kirchenmusik (u.a. drei Messen und ein Stabat Mater, 1832, revidiert 1842), Orchester- und Chorwerke, Klavier- und Kammermusik.

Als er im Jahre 1828 mit der Arbeit an dem Werk begann, das sein letztes sein sollte, war Gioachino Rossini erst 36 Jahre alt und der Welt berühmtester lebender Komponist (Beethoven, der ihm als einziger den Titel hätte streitig machen könen, war ein Jahr zuvor gestorben).

Und obgleich er noch sehr jung war und auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft angelangt, als er mit seiner Arbeit am Wilhelm Tell (französischer Originaltitel: Guillaume Tell) begann, dachte Rossini bereits ernsthaft über seinen Rückzug vom Musikleben nach. Tatsächlich bestätigte ein in Paris erscheinendes Magazin „La Revue musicale“ im April des Jahres 1828, Rossini habe ein neues Werk unter dem Titel „Guillaume Tell“ versprochen, doch habe er zugleich erklärt, dass diese Oper die letzte aus seiner Feder sein würde.

Über diesen allzu frühen und freiwilligen Abschied von der Bühne ist viel geschrieben worden; zahlreiche Schreiber haben über dessen mögliche Ursachen, psychologische wie künstlerische, spekuliert. Doch eine einzige, einfach Erklärung gab es natürlich nicht.

Ein Grund jedoch für Rossinis Rückzug von der Opernwelt, er komponierte weiterhin, doch fast ausschliesslich zu seinem und seiner Freunde Vergnügen, muss pure Erschöpfung gewesen sein.

Er hatte zwei, drei viel und sogar fünf Opern jährlich geschrieben und das zwei Jahrzehnte hindurch und auch mit seiner Gesundheit stand es nicht zum besten. Doch dank der Mitgift seiner Frau, kluger Investitionen und guter Beratung von Freunden aus dem Finanz- und Bankenwesen besass er endlich mehr, als er zum Leben benötigte. Zudem stand er in Verhandlungen mit der französischen Krone, von der er eine Rente erwirken wollte – ob er nun weitere Opern komponierte oder nicht.

Vielleicht weil er wirklich genau wusste, dass diese Oper seine letzte sein würde, widmete Rossini ihr seine ganz besonders aufmerksame Sorgfalt und Liebe. Bezeichnend ist die besondere Achtsamkeit, die er auf das Libretto verwandte.

Doch ihm war das Werk auch deshalb wichtig, weil er für die die „Opéra“ (Paris) schrieb – es war seine erste grosse Oper, die dort zur Uraufführung kommen sollte. Zwar waren die französischen Versionen früherer italienischer Opern wie „Le Siége de Corinthe“ von 1826, basierend auf „Maometto II“ und „Moise et Pharaon“ von 1827 vom dortigen Publikum enthusiastisch aufgenommen worden, doch gab es immer noch eine Fronde in der Presse und der musikalischen Welt, die sich weder von diesen Opern noch von „Le Conte Ory“ hatte gewinnen lassen.

Rossini war dem Erfolg gegenüber aber nie gleichgültig. Und jetzt –mit diesem gross angelegten Werk und seinem erhabenen Thema- wollte er nichts mehr als den Erfolg. So wie er sich um den Text sorgte, sorgte er sich auch um die Besetzung. In „Le Conte Ory“ war die Rolle der Comtesse de Fourmoutiers von der 27jährigen Sopranistin Laure Cinti gesungen worden.

Die weibliche Hauptrolle der neuen Oper „Guillaume Tell“, die Mathilde, war für sie geschrieben worden. Doch kurze Zeit zuvor hatte sie den Tenor V.C. Damoreau geheiratet und schwanger geworden. Die Opéra engagierte daran hin eine andere Sopranistin, die jedoch vom Publikum ausgepfiffen wurde.

Aus diesem Grunde wurde die Uraufführung von Rossinis neuer Oper zurück gestellt. So konnte der Komponist das Werk gemächlich und mit Sorgfalt zum Abschluss bringen. Schliesslich kehre Madame Cinti-Damoreau, wie sie sich fortan nannte, an das Theater zurück.

Vor einem grossen, glänzenden Auditorium wurde Wilhelm Tell am 3. August 1829 zum erstenmal aufgeführt.

Die Berichte über die Aufnahme der Oper sind zwar unterschiedlich, doch die Stimmen der Presse waren sehr freundlich. Die „Gazettte de France“ schrieb, „Enthusiasmus habe sowohl das Publikum als auch die Connaisseurs erfasst“.

Auch der Globe, früher Rossini nicht wohlgesonnen, urteilte, „von diesem Abend an beginne eine neue Ära, nicht allein für die Musik Frankreichs, sondern auch für die dramatische Musik aller Länder“.

Ein paar Abende später spielten die Künstler der Opéra unter Rossinis Fenster eine Serenade. Carles X. verlieh dem Komponisten das Kreuz der Ehrenlegion.

Die Rolle des Arnold wurde von Adolphe Nourrit aus der Taufe gehoben. Der 27jährige war schon seit Jahren ein führender Tenor der Opéra und hatte dort den Raoul in Meyerbeers „Die Hugenotten“ und Rossinis „Ory“ gesungen.

Doch mit der Musik des „Wilhelm Tell“ hatte er enorme Schwierigkeiten. Bei der dritten Aufführung de Oper liess er bereits die grosse Arie aus dem vierten Akt („O muto asil“ in der italienischen Fassung) und die daran anschliessende Cabaletta, einfach aus.

Aber dies war nur die erste und harmloseste Verstümmelung der Oper. Innerhalb nur eines Jahres war sie bereits auf drei Akte gestutzt worden. Dann ging die Opéra dazu über, nur noch den zweiten Akt zu spielen – als Vorwand für extensive Balletteinlagen.

Rossinis Reaktion auf diese Verschandelung wird durch eine sehr berühmte Anekdote überliefert: Eines Tages begegnet er auf einem Boulevard dem Direktor der Oper, der ihm mitteilte, dass an diesem Abend im Theater der zweite Akt des Wilhelm Tell gespielt werde. „Wie?“, fragte Rossini trocken, „der vollständige zweite Akt?“

Kurze Zeit nach der Uraufführung reiste der Komponist nach Italien, und seine Oper folgte ihm schon recht bald nach. Die italienische Premiere des „Guillaume Tell“ fand im Sommer 1831 in der toscanischen Stadt Lucca statt. Der Veranstalter war der regsame Impressario Alessandro Lanari, der später in seiner Karriere Verdis „Macbeth“ in Auftrag gab.

Den Text liess Lenari von Calisto Bassi übersetzen, dem offiziellen Hauspoeten der Mailänder Scala. Bassi, später Manager der Scala, hat viele andere Opern übersetzt, darunter auch Rossinis „Corinto“ und „Mosé“.

Lauri hatte eine glänzende Besetzung zusammengebracht, angeführt von Domenico Cosselli in der Titelpartie und Santina Ferlotti. Erster Geiger und Orchesterchef war ein Mitglied einer illustren Musiker-Familie aus Lucca, Angelo Puccini. Die italiensche Premiere von „Guillaume Tell“ fand am 17. September 1831 statt und war ein Riesenerfolg.

„Der Erfolg übertraf alle unsere Erwartungen. Die Solisten waren unübertrefflich. Die ganze Oper gefiel, doch das Terzett war die Nummer, die fanatische Begeisterung weckte“. Keine Nummer ging ohne Anteilnahme vorüber.“

Die Lucca-Truppe brachte das Werk alsbald nach Florenz, ans Theatro della Pergola, wo sich der Erfolg wiederholte. Danach, im Jahre 1833, wurde die Oper an das San Carlo in Neapel gebracht, wo die Zensoren den Titel in „Il governatore Gessler e Guillaume Tell“ änderten, ohne allerdings Bassis Text anzutasten.

Doch an der Scala und unter der Herrschaft der Österreicher war der Stoff zu heikel, so dass der Schauplatz nach Schottland verlegt und Wilhelm Tell in „Guglielmo Vallace“ umbenannt wurde. Am Teatro Apollo in Rom wurde diese schottische Fassung noch einmal zensiert und der Titel in „Rodolfo di Sterlinga“ umgeändert.

Rossinis letztes Meisterwerk wird wohl nie eine Repertoire-Säule werden. Aber sie hat alle Qualitäten einer grossen Festival-Oper, die zu aussergewöhnlichen Anlässen oder für exzeptionelle Besetzungen produziert werden kann. Es bleibt ein grosses bewegendes Werk, das, wenn es kongenial aufgeführt, einfach unwiderstehlich und tief berührend ist.

Im Tell hat Rossini die Grandeur seiner ernsten Opern wie „Semiramide“ mit der bewegenden Menschlichkeit von Werken wie „La Cenerentola“ verbunden. Der Rahmen dieses Werkes ist grandios, so wie dessen Szenierie, wo die Idylle der Natur mit deren Schrecken kontrastiert wird.

GUGLIELMO TELL

Libretto nach Schiller
von Etienne de Jouy und Hippolyte Bis
gesungen in der italienischen Fassung von
Calisto Bassi

Besetzung:

Guglielmo Tell
SHERILL MILNES

Arnoldo
LUCIANO PAVAROTTI

Matilde
MIRELLA FRENI

Gualtiero
NICOLAI GHIAUROV

Melchthal
JOHN TOMLINSON

Jemmy
DELLA JONES

Edwige
ELIZABETH Connell

Ein Fischer
CESAR ANTONIO SUAREZ

Leutoldo
RICHARD VAN ALLEN

Gessler
FERRUCCIO MAZZOLI

Rodolfo
PIERO DE PALMA

Ein Jäger
JOHN NOBLE

Es singt
der Ambrosian Opera Chorus
Ltg.: John McCarthy

Es spielt
das National Philharmonic Orchestra
Ltg.: Riccardo Chailly

Eine Originalaufnahme der DECCA
Gesamt-Spielzeit: 234:44

Sie erhalten 4 CD`s in einer Box und Schutzkarton, alles in absolut erstklassigem Zustand. Dazu gehört selbstverständlich das original Booklet mit Hintergrundinformationen zur Oper, Inhaltsangabe und Libretto. Der Operntext ist in vier Sprachen (deutsch, englisch, italienisch und französisch) abgedruckt.
Umfang des Booklets beträgt 252 Seiten!!)

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